| Zurück in Fianarantsoa holten wir jetzt endlich unser Kletterzeug
ab. Es lagerte, gut behütet, im Büro des Chefs des Postamts! Als Kletterziel
hatten wir uns den Andringitra Nationalpark ausgesucht, 80km südlich von
Fianarantsoa mit dem höchsten Berg Madagaskars, dem Pic Boby, 2658m. Mit
dem Bus fuhren wir erstmal nach Ambalavao und besichtigten die Papierfabrik.
Es handelt sich dabei um handgeschöpftes Büttenpapier, das kunstvoll mit
Blütenblättern aus dem eigens dafür angelegtem wunderschönen Garten belegt
wird. |

Verzieren des Papiers... |

...das dann im Hof in der Sonne trocknete |
| Leider sind wir dann nicht zu unserem Ziel gekommen. In Tana
hatten wir uns bei der Nationalparkbehörde vergewissert, das wir in den
Park hineindürfen. Vor Ort sah das leider ganz anders aus. Die Einheimischen
waren so gut indoktriniert, das wir niemanden fanden, der uns dorthin fahren
wollten. Auch bitten und betteln bei der lokalen Parkverwaltung half nicht.
Hätten wir uns bereits in Fianarantsoa oder sogar Tana einen eigenen
Fahrer genommen, wären wir vermutlich problemlos dahingekommen, denn
die hätten von den Restriktionen nichts gewußt. Hinlaufen kam
leider auch nicht in Frage, denn Martin hatte sich einen Zeh bös entzündet. |

Unser Ausweichziel |

Lokale Industrie, eine Ziegelbrennerei |
| Auf der Fahrt nach Ambalavoa hatten wir von ferne einige
interessant aussehende Felsformationen gesehen. Die sollten jetzt unser
Ausweichziel sein. |

Noch mehr Industrie! Ein Granitblock wird per Hand zerlegt. |

Unser Felsen |
| Wir richteten uns unterhalb der Felsen an einem kleinen Wassertümpel
ein. Der Fels war absolut glatt, keine Chance, Keile einzusetzten. Leider
war er auch sauhart, so das das Bohren von Hand so seine Zeit dauerte. |

Interessante Begleiter |

Martin beim Haken schlagen |
Wir haben die Tour dann aus Zeitmangel auch nicht mehr beendet.
Die Einheimischen müssen uns sowieso für verrückt erklärt haben. Zum Abschluß
haben wir dann auch jeder noch ein schönes Andenken mitgenommen: Wir wollten
nochmal hoch und unter anderem ein Röhrchen mit unseren Angaben an den letzten
Haken hängen. Beim Aufstieg mußten wir durch eine Zebuherde. Und da ich
die bisher als recht friedvoll erlebt habe sind wir auch wirklich mittendurch.
Dummerweise fühlte sich doch eines der Tiere etwas bedrängt, senkte den
Kopf und zog mir ein Horn von der Hüfte bis zum Brustbein hoch. Ich kullerte
rückwärts den Hang runter, sonst gings aber glimpflich ab. Das Horn hinterlies
aber eine deutlich Spur auf dem Faserpelzhemd. Martin traf es härter.
Vor Schreck wollte er sich umdrehen und den Hang runterlaufend das weite
Suchen. Dummerweise verknackste er sich dabei den Knöchel. Ich durfte dann
außer meinem Rucksack auch noch seinen bis zur etlichen Kilometer entfernten
Strasse mit Autoverkehr schleppen.
In Fianarantsoa gingen wir dann in das Krankenhaus, das eher einem Schlachthof
glich, aber immerhin einen Röntgenapparat besaß. Man konnte auf dem Foto
zwar kaum was erkennen, war dann aber wohl doch nicht so schlimm. Martin
bekam einige Pillen verschrieben, die wir auch brav kaufen, obwohl ich
glaube, es waren eher Hustenmittel oder so ähnlich. |
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| Und mit diesem Abenteuer beendeten wir dann nach fünf Wochen
unseren Madagaskaraufenthalt. |
Informationen zum Klettern u.a. in dieser Gegend: